Er war “Der Fan”

Leo Düppré

Am 08.März 1999 verstarb Borussias treuester und bekanntester Fan im Alter von 77 Jahren. Leo Düppre, besser bekannt als der “Borussen-Leo” trug auch im hohen Alter nur am Sonntag nicht den Borussen-Dress. An dieser Stelle wollen wir ihm gedenken:

„ Borussen Leo “  †

19.09.1921 – 08.03.1999

Er war der treueste und über die Grenzen hinaus bekannteste Fan von Borussia Neunkirchen.
Auf Wiedersehn, Leo…

Reporter der Windrose. So hat er mich genannt, der Borussen-Leo, dabei gelacht. Und wenn der Leo lachte, waren drohende Konkurse oder einfach nur das 0:2 unten im Ellenfeld vergessen. Ich persönlich werde den Leo nie vergessen. Ich kann es und ich mag es nicht. Was ihn, den größten und treusten Borussen-Fan, und mich, den – eigentlich – objektiven Reporter verband, war die Liebe zum Neunkircher Fußball, zum Verein Borussia Neunkirchen. Und dieser Verein war zwangsläufig mit ihm verknüpft, eine Ehe, die wirklich nur der Tod scheiden konnte. Ich erinnere mich an die vergangene Woche. Da hieß es, der Leo läge im Koma, Im St.-Josef-Krankenhaus. Und es stünde nicht gut um ihn. Da meinte in einer ruhigen Minute Uli Glup, Borussen-Vorstandsmitglied, zu mir: “Du, ich kann mir eine Borussia ohne den Leo nicht vorstellen.” Mir ging es und geht es genauso.
Tausendmal – man möge mir die Übertreibung entschuldigen – hat er mir nach einem Spiel die Meinung gegeigt. Gegeigt – in seiner stets freundlichen Art und Weise, mit seinem unverwechselbaren Lächeln auf den Lippen. Er hat es verstanden, sich in Szene zu setzen. Mit Trommel oder Fahne, früher mit seiner BMW. Nur: So oft habe ich ihn nie erwähnt. Und in einer gewissen Weise ärgere ich mich jetzt darüber. Hätte ich ihn doch nur tausendmal zitiert, ihn genannt. Doch das hilft jetzt auch nicht mehr.


Mich persönlich hat es gerührt, daß der Leo zu seinem Tod einen würdevollen Abschied nehmen durfte. Überall wurde sein Name genannt, im Fernsehen, im Radio, in der Zeitung. Und auf der Straße, in Geschäften, in den Kneipen. Ganz Neunkirchen, daß hat sich gezeigt, trauert um den Borussen-Leo. Den Mann, den man stets fragte: “Und, was macht die Borussia?”, und der stets entwas flunkerte. Immer war es eine positive Antwort. Wie gesagt: Auch bei Konkurs und 0:2. Ein wehleidiges Wort zum Verein habe ich aus Leos Munde nie gehört. Und das war auch gut so, haben wir andern doch stets gern auf den Schwarz-Weißen herumgehackt.  Kürzlich sagte er noch: “Ich lebe, bis die Borussia wieder in die 2. Liga aufsteigt.” Ich habe es ihm gerne geglaubt. Und ich meine: Er hat ein Denkmal verdient, in irgendeiner Form. Schön wäre es aus Neunkircher Eisen. “Daran ist zur Zeit nicht gedacht”, hat mich gestern Oberbürgermeister Friedrich Decker gebremst. “Aber mit dem Leo ist ein Stück Neunkirchen weg.” Er hat recht.  Ein Stück aus dem Herzen einer ganzen Stadt, ein Stück aus dem Herzen der Borussia und ihrer Geschichte. Mit dem Leo ist ein Stück Borussen-Tradition gestorben. Mehr denn je sind sie unten im Ellenfeld nun der Zukunft verpflichtet. Was mich, siebzehn Lenze jung, und den Leo mit seinen siebenundsiebzig Jahren noch besonders verband? Ich verrate es Ihnen.
Wenn wir uns trafen, der Leo und ich, sagte ich: “28. Juni 1964!” Dann leuchteten Leos Augen, und er schwärmte von Elmar Mays Tor an jenem Tag gegen Tasmania Berlin. Es schenkte Neunkirchen die Bundesliga und dem Leo seine schönste Erinnerung.Leo, auf Wiedersehen. Ich werde Dich vermissen, Dich nicht vergessen. Dein Reporter der Windrose!
Ein Nachruf von Tobias Fuchs

Er war beliebt bei Jung und Alt

Er wurde in ganz Neunkirchen immer
auf ” seine Borussia ” angesprochen.

An seine kleinen Fans verteilte er immer “Leo-Schokolade”